Dies ist die deutsche Originalversion. Read the (AI assisted) English translation.
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Project 364 - Psilocybin öffnet neue Welten

Zum 01.01.2025 habe ich mein "Projekt 364" gestartet: Ein Jahr Pause vom Job - nach turbulenten Jahren ein Start-Up zu gründen, aufzubauen, zu verkaufen und zu integrieren. Ein Jahr der Erholung, für Hobbies, Familie, Arbeiten am Heim, … an dessen Ende ich dann nur wissen müsste, welchen Job ich als nächstes machen würde. Und es kam alles anders als ich es mir vorgestellt hatte. Dies ist eine Geschichte von Veränderungen, Experimenten und Heilung.

Diese Serie besteht aus 4 Teilen:

  1. Meine :oddyssey (Teil 1/4)
  2. Auf der Suche nach Selbstliebe (Teil 2/4)
  3. Psilocybin öffnet neue Welten (Teil 3/4)
  4. Teil 4 (coming soon)

Bereits im ersten Quartal 2025 erzählte mir meine Frau Jenny sinngemäß: "Ich folge da diesem Life-Coach Mike Baum auf Instagram. Der sagte neulich 'Wenn Magic Mushrooms legal wären, bräuchten wir keine Antidepressiva mehr'." Ich kannte Mike Baum nicht (kenne ihn auch heute nur peripher, aber das ist eine andere Geschichte), aber meine erste Reaktion war "Menschen im Internet sagen Dinge" und ich ging über den Hinweis hinweg.

Neben meiner gesunden Grundskepsis zu Aussagen auf Social-Media kam hinzu, dass ich seit ca. 10 Jahren täglich 20mg Fluoxetin nahm. Das hat mich zwar nicht geheilt, aber gegenüber dem Status zuvor hatte es meine Symptome doch abgemildert. Dazu hatte ich noch nie gehört, dass Magic Mushrooms (oder andere "Drogen" im deutschen Sinne des Wortes) irgendwem geholfen hätten. "Pilze nehmen", das fiel in die gleiche Kategorie wie "kiffen" - Dinge eben, für die man zum Spaß nach Amsterdam fährt.

Als dann einer meiner Lieblingspodcasts kurz darauf die Folge Heilende Drogentrips? Die Akte psychedelische Medizin herausbrachte, war mir klar: Alles Humbug! (Sag' ich doch!) Denn: Die Science Cops entlarven (un)wissenschaftlichen Unsinn und bis dato waren quasi alle Folgen geendet mit "… alles großer Quatsch, in den Science-Cop-Knast gehen …". Entsprechend belustigt ging ich diese Folge an und war umso erstaunter, als es schlussendlich hieß: Da ist tatsächlich etwas dran.

Schild vor Pflanzen neben einer Toreinfahrt auf dem steht: "Life is like a road - Speed up when
smooth but slow down when rough.
Life is like a road …

Klar haben sich Mr. Weste und Mr. Hosenträger (Grüße an dieser Stelle von einem Fan der ersten Stunde) insbesondere mit den ausführlichen Meta-Studien auseinandergesetzt und dort variierende Evidenz und Effekt-Stärke gefunden, aber immerhin, es war keine Vollkatastrophe. Anscheinend gab es bereits in den 70ern Studien mit Effekten bei psychischen Störungen und offenbar wurden diese Studien in den letzten Jahren wieder aufgenommen.

Ja, Ihr lest richtig. Der Typ, der seit 10 Jahren brav Fluoxetin nimmt und "Pilze nehmen" in die Kategorie "Spaß-Trip nach Amsterdam" sortiert hat, liest jetzt Meta-Studien über Psilocybin. Im Reisebericht Project 364 wird es ab hier - sagen wir mal - interessant.

Inhalte basieren ausschließlich auf meiner eigenen Erfahrung. Wenn du akute Probleme hast, wende dich bitte an eine Fachperson!

Mein Interesse war geweckt. Könnte mich Psilocybin vielleicht bei meinen Kopf-Herausforderungen unterstützen, bei Ängsten, Zwängen und Depressionen? Auch wenn es mir derweil schon wesentlich besser ging, ein Weg, von den Psychopharmaka loszukommen, war doch ein absolut wünschenswerter Zustand. Also begann ich zu recherchieren.

WTF?

Psilocybin ist der Stoff, welcher in "Magic Mushrooms" die psychedelischen Effekte hervorruft. Magic Mushrooms sind daher in vielen Ländern illegal. In den Niederlanden sind ihre Trüffel (die ebenfalls Psilocybin enthalten) geduldet, dürfen also verkauft, gekauft und konsumiert werden. Andere bekannte psychedelische Stoffe sind LSD und Mescalin. Insbesondere zu den letzten beiden kann ich nichts sagen. Wer mag, kann sich gerne die Doku-Serie Verändere Dein Bewusstsein auf Netflix reinziehen. Ich habe sie erst im Nachhinein angeschaut, fand sie aber sehr aufschlussreich.

Und so begab ich mich ins Rabbit-Hole und stieß auf quasi Unglaubliches. Bitte beachtet wirklich den Disclaimer oben, aber soweit ich aus Studien erfahren habe, ist das Gefahrenpotenzial von Psilocybin extrem niedrig. So landet Psilocybin auf dieser Skala zur Einordnung zum Schaden an sich selbst und anderen auf dem letzten Platz. Darüber hinaus ist das Abhängigkeitspotential ebenfalls quasi nicht vorhanden: Der Stoff führt nicht unbedingt (nach meiner Erfahrung sogar eher selten) zu einem positiven Rauschzustand und nach einigen Einnahmen innerhalb kurzer Zeit reduziert sich die Wirkung automatisch drastisch, so dass eine Mehreinnahme zu keinem weiteren (positiven) Effekt führt.

Springbrunnen im Grünen
Springbrunnen in Castricum

Warum ist dieser Stoff dann in Deutschland illegal, während viel gefährlichere und suchterregendere Stoffe (wie Alkohol, Nikotin und Koffein) legal sind, fragt Ihr Euch? Ja, das frage ich mich auch. Aber glücklicherweise fand ich einen Ausweg. Ich finde es sehr schade, dass dieser Ausweg mal wieder nur Menschen offensteht, die es sich leisten können, aber immerhin hat es mir geholfen und so kann ich hier davon berichten und vielleicht auch anderen zur Hilfe verhelfen.

So viel sei noch einmal gesagt: Es ist keinesfalls erwiesen, dass Psychedelika gegen psychische Erkrankungen helfen. Es gibt Erfahrungsberichte und einige Studien, die einen Effekt nahelegen, das Studienfeld ist jedoch noch dünn. Es gibt tatsächlich sehr selten als Nebenwirkung die Entstehung einer Psychose. Jeder, der diesen Versuch wagt, macht es entweder auf eigenes Risiko, oder in Form einer kontrollierten Studie. Tut Euch selbst den Gefallen: Macht es nicht auf eigene Faust! Habt zumindest einen erfahrenen "Trip-Sitter" dabei oder (noch besser) ein Team aus erfahrenen Personen, die für Set & Setting sorgen und für eine gute Integration.

Trip oder nicht Trip? Das ist hier die Frage!

Ca. 3 Monate intensiver Recherche später war mir eines klar: Ich möchte das ausprobieren! Neben potenziell positiven Effekten auf meine seelischen Leiden (Disclaimer beachten!) lagen ein Entkommen von Antidepressiva (Disclaimer beachten!) und spannende Erfahrungen (kein Disclaimer, ich fand es schon immer spannend) vor mir.

Da Psilocybin in Deutschland illegal ist und damals noch nicht als Arzneistoff verabreicht werden durfte (jetzt ist das anders, in Härtefällen von nicht-therapierbaren Depressionen darf Psilocybin jetzt in einigen Kliniken angewendet werden) musste o.g. anderer Weg herhalten. Tatsächlich gibt es Menschen & Unternehmen, welche Dir eine möglichst sichere Psilocybin-Erfahrung ermöglichen.

Viele der entsprechenden Retreats gehen in die Niederlande, was von meinem Wohnort entsprechend praktisch ist. Nach viel Vergleichen im Netz bin ich persönlich bei New Eleusis gelandet: Philemon und sein Team bieten ein psychologisches Screening vorab, Integrations-Sessions (zunächst vor Ort, später zusätzlich remote) und einen Arzt vor Ort. Dazu kommt ein super Trip-Sitter-zu-Teilnehmer-Schlüssel, köstliche vegane Verpflegung und ein traumhaft schöner Ort.

Also setzte ich mich mit New Eleusis in Verbindung und führte den initialen Sales-Call durch. Alles super, nur eine Sache war noch zu klären: Um am New-Eleusis-Retreat teilzunehmen, musste ich meine Medikamente absetzen. Da ich die Idee noch am gleichen Morgen zum wiederholten Male mit meiner Therapeutin besprochen habe, rief ich diese - mal eben kurz vor unserem Urlaub - an und fragte um Erlaubnis Fluoxetin 20mg auszuschleichen. Was diese ablehnte. 😞

Entmutigt und verärgert fuhr ich in den Urlaub. In diesen 10 Tagen reifte nicht nur mein Frust über die Absage, sondern auch ein Plan in mir: "So viele Menschen mit viel wilderen psychischen Erkrankungen setzen eigenmächtig und wiederholt ihre Medikamente ab. Wieso sollte ich das nicht im Zweifel auch tun?" Ich suchte also noch einmal geeignete Studien heraus, druckte diese aus und stellte einen Plan zum Ausschleichen des Medikaments zusammen. Nach dem Urlaub hatte ich eh den nächsten Regeltermin bei meiner Therapeutin und ging diesen mit der Einstellung an wenn nicht mit ihrem Segen, dann eben ohne. Und meine Therapeutin sagte mit einem Lächeln, ich solle das Medikament ausschleichen und meinen Trip angehen. Ich bin mir sicher, es lag daran, wie ich nun auftrat. Der Toby der "um Erlaubnis fragt" ist nicht stabil genug seine Medikamente abzusetzen, der Toby der "darauf besteht" ist es schon.

Das war Ende April 2025 und innerhalb von 6 Wochen war ich "clean". Und bin es heute noch. Nach 10 Jahren Fluoxetin komme ich nun ohne aus. Und das auch Ende 2025 noch, in der dunklen Jahreszeit, in der mich einer der härtesten Schicksalsschläge seit dem Tod meiner Mutter ereilt hat. Es geht mir besser als lange nicht mehr. Die Gründe dafür sind sehr vielfältig, das wirst Du als Leser der ganzen Serie bestimmt schon gemerkt haben. Aber das Absetzen der Medikamente war ein absoluter Meilenstein.

Und dem Retreat stand nun nicht mehr viel im Weg. Das psychologische Screening war unauffällig: Ruhige Familienverhältnisse, psychologische Betreuung, keine Medikamente, es konnte losgehen …

Eleusis

"New Eleusis" ist nicht zu Unrecht der Name des Anbieters, welcher mich bei meiner ersten psychedelischen Erfahrung unterstützt hat. In den eleusinischen Mythen geht es um Initiation, Wiedergeburt, Wandel des Bewusstseins und das Erlangen von Erkenntnis. Und so fuhr ich eines schönen Sommertages gen Castricum nahe Amsterdam in einen meditativen Rückzugsort inmitten der malerischen Dünenlandschaft.

Ich kann mir heute selbst nicht mehr vorstellen, wie nervös ich war. Aus privaten Gründen war ich eh schon grund-nervös. Ich fuhr ins absolute Ungewisse: Unbekannte Menschen, die sich mit mir zusammen (mir) unbekannte Substanzen von mir unbekannten Menschen verabreichen lassen. Alle Quellen sagten mir "geh ohne Erwartungen heran", aber ich kam nicht davon los, darauf zu hoffen meine Selbstliebe zu finden. Aber das Team von New Eleusis fing viel dieser Nervosität auf und irgendwann fand ich mich in einem rituellen Raum auf einer Matratze wieder, mein Kissen und meine Bettdecke im Anschlag und nahm eine "heroische Dosis" Psilocybin zu mir. Und harrte der Dinge die da kamen …

Vordergrund: Tischdecke auf dem Boden mit Natur-Schätzen (Blätter,
Tannenzapfen, …). Hintergrund: Mehrere Matratzen, ordentlich zu einzelnen Plätzen
drapiert, dazu Meditationskissen.
Zeremonie-Raum

Ich möchte an dieser Stelle meine Erfahrung nicht allzu sehr ausbreiten. Aber zumindest ein bisschen sollte ich doch berichten: Ich habe fancy Dinge gesehen und erlebt. Die Dachsparren des Raumes schoben sich wellenförmig zusammen. Ich spielte im Geist ein Rollenspiel, an dessen Ende meine Familie auf mich wartete und mich zur Eile antrieb. Die Hand eines Mitstreiters zog sich in Zeitlupe wie im Comic in die Länge. In einer Phase vermisste ich meine Familie und hatte wahnsinniges Heimweh. Und immer wieder hatte ich das Gefühl, dass "jetzt doch endlich der große Aha-Effekt kommen müsste". Dazu kam noch viel mehr, aber das sind Themen für ein privates Gespräch bei einem guten Getränk. Wenn Ihr mich trefft und interessiert seid, sprecht mich gerne an. Doch meine Selbstliebe, die fand ich bei diesem Trip nicht.

War das Ganze jetzt ein Reinfall? Auf gar keinen Fall! Denn, auch wenn ich nach dem Trip direkt erst einmal ernüchtert war, zeigten sich die Effekte in den Tagen, Wochen und Monaten danach. Und eine Sache wusste ich bereits in der ersten Stunde nach dem Trip, wie durch einen Instinkt: "Da steckt noch mehr drin für mich."

(Nach-)Wirkungen

Nach dem Retreat hatte ich noch einen weiteren Tag Aufenthalt in Castricum und nutzte diesen, trotz anhaltender Hitze, für eine Wanderung im Dünenwald. Hier begab sich plötzlich Erstaunliches: Ich war wesentlich sensibler und achtsamer für körperliche Empfindungen. Der Ruf eines Vogels, die Musterung eines Blattes, das Streicheln einer Brise auf meiner Haut. All das hatte ich vorher nicht wahrgenommen, doch plötzlich war es da. Es ging so weit, dass ich das Bedürfnis hatte, die Rinde eines Baumes zu berühren. Wo ich vorher dachte "Achtsamkeit ist nicht Dein Ding", war mein Gehirn nun anscheinend in der Lage, mir diese Reize zu offenbaren. Und dieser Effekt war nicht nur ein "Flashback des Trips 2 Tage zuvor". Nein, er hielt an! Wochen, Monate, vermutlich sogar bis heute, aber derweil habe ich mich daran gewöhnt und es ist nicht mehr neu und erstaunlich.

2 Wochen später hatte ich mir eine weitere Auszeit eingeplant, diesmal an der Ostsee, um meine Selbstreflexion weiter voranzutreiben. Mit viel Bewegung an frischer Luft und etwas Allein-Zeit wollte ich die, auf der :oddyssey gesetzte, Basis weiter vorantreiben. Leider kam es aus diversen Gründen nicht zu vielen Reflexionsübungen. Doch bereits am ersten Tag vor Ort beim Wandern bemerkte ich plötzlich: Ich bin krass wütend. "Na und, was ist denn schon dabei?" magst Du denken. Aber für mich war das ein absolutes Novum: Gefühle bewusst empfinden und benennen zu können. Bis dahin gab es für mich eigentlich nur "ganz gut" oder "gestresst" (das hatte ich hier schon erwähnt). Gefühle wie Wut, Trauer, Glück, … hatte ich - soweit ich denken kann - noch nie in dieser Art gespürt. Es war schrecklich - denn ich war stink-wütend - und wunderbar zugleich. Dieser Effekt ließ mit der Zeit etwas nach, aber dennoch bin ich selbst heute noch in der Lage viel mehr Gefühle zu empfinden als ich mir jemals vorstellen konnte.

Neben diesen "direkten" Auswirkungen, arbeitete mein Gehirn auf den Erfahrungen des Psilocybin-Retreats herum, arbeitete das Rollenspiel und viele andere Erfahrungen ab. Und dadurch kam mehr Klarheit und es besserten sich Dinge. So nahm ich meine Vater-Rolle mit der Zeit ganz anders wahr; erlaubte mir selbst mehr zu sein wie ich eigentlich war, anstatt meiner Frau nachzueifern und jeden Misserfolg dabei als Versagen wahrzunehmen.

Kurzum: Die erste Ernüchterung nach dem Trip hatte sich vollständig zum Positiven gewandt. Ich hatte nicht das davongetragen, was ich mir erhofft hatte, aber die Effekte waren durchweg positiv, erstaunlich, großartig! Und sie waren anhaltend. Natürlich nicht alle. Aber viele der damals angestoßenen Veränderungen in meinem Empfinden, meinem Verhalten und in meinen Gedanken kann ich bis heute nachverfolgen. Das Psilocybin wirkte wie ein Katalysator für Themen, die offenbar tief in mir schlummerten und endlich bearbeitet werden wollten und sollten. Der Stoff schien mich von einer dicken "Kruste auf meinen Hirnwindungen" befreit zu haben.

Die zweite Staffel

Und nach den positiven Effekten, die sich mittelfristig aus der ersten Sitzung ergeben hatten, war mir klar: Das machst Du noch einmal. Und passend zu diesem Entschluss bot New Eleusis ein neues Format an: Das "Practitioner Retreat", für Menschen die bereits mindestens eine Psilocybin-Erfahrung gemacht hatten. In etwas größerer Gruppe, mit kleinerem Betreuungsschlüssel aber genauso gutem veganem Catering fuhr ich also ca. 3 Monate nach meiner ersten Erfahrung erneut auf einen Retreat. Diesmal tatsächlich ohne Erwartungen. Und ich fand … 🥁

Meine Selbstliebe! 🥰 Wie ein Profi setzte ich mich diesmal zu Beginn der Session auf mein Meditationskissen, schloss die Augen und erwartete die Effekte des Pilzes - und sah nach einiger Zeit fantastische Muster vor meinen Augen kreisen. Und nur ein einziger Gedanke begleitete diese: "All die Schönheit ist in Dir!". Denn, so mein Gedankengang, es hatte ja niemand von außen mir diese Muster eingepflanzt. Mein eigenes Gehirn produzierte sie. Und damit kam diese wunderbare Schönheit aus mir.

Köstliches veganes Essen auf einem Tisch im Freien angerichtet
Köstliches veganes Essen

Auch dieser Trip hatte verschiedenste Facetten und Phasen, die ich hier nicht bis ins Detail ausbreiten möchte. Aber auch hier gab es eine Phase in der ich Heimweh hatte und meine Familie vermisste. Und zum Abschluss des Trips vermisste ich noch jemanden: Meine Mutter. Anerkanntermaßen war ihr Tod ein wesentlicher Faktor für meine Ängste, Zwänge und Depressionen. Echtes Trauern über ihren Tod hatte mein Geist mir bisher auch vollkommen verwehrt. Nur wenige Tränen, direkt nach ihrem Ableben, waren gekommen, danach war nur noch "Funktionieren" angesagt gewesen. Doch während dieses Trips, da konnte ich es. Ich habe selten so viel geweint, insbesondere nicht in so kurzer Zeit. Ich habe geweint, vermisst, verflucht, … bestimmt eine Stunde lang. Es war furchtbar, aber es tat auch wahnsinnig gut. Endlich die Gefühle zu fühlen, die schon seit 15 Jahren in mir zu schlummern schienen.

Nach diesem zweiten Trip war ich unfassbar erschöpft. Simon, ein mittlerweile befreundeter Teilnehmer, meinte dazu nur: "Kein Wunder, Du hast gerade innerhalb von 5 Stunden Psychotherapie für 3 Monate erledigt" und genau so fühlte es sich an. Und auch nach diesem Retreat waren die Langzeit-Folgen enorm.

What's in it for me?

Ich möchte an dieser Stelle niemanden animieren einen Psilocybin-Retreat zu besuchen (siehe Disclaimer), aber für mich ist klar: "Der Pilz" (wie erfahrene Psychonauten sagen) war für mich ein wichtiger Baustein in meinem Heilungsprozess und ich werde weitere Retreats besuchen, denn ich bin mir sicher, dass hier noch ganz viel Aufzuarbeitendes auf mich wartet. Diese werde ich auch weiterhin bei New Eleusis buchen, denn das Team ist einfach klasse.

Aber was auf diesen Trips passieren soll und wird, das werd ich einfach loslassen …